Ich stelle hier einige Süntelbuchen vor und beschreibe sie in ihrer jeweligen Besonderheit.
1.) in Lauenau gab es bis 2.8.2024 die größte und älteste Süntelbuche Deutschlands. Nach zweimal Regen über 50mm innerhalb von 2-3 Tagen verlor sie ihren Halt und ist gegen die daneben stehende Eiche gekippt. Sie ist voraussichtlich 220 Jahre alt geworden. Genaue Angabe zu ihrem Alter erhält man erst, wenn man einen Querschnitt durch den Stamm vornimmt, um dann die Jahresringe zu zählen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn wir entsprechende Baumscheiben erhalten könnten. Diese wären wunderbare Anschauungsobjekte in den Museen und Basis für die wissenschaftliche Forschung..
2,) in Bad Münder steht hinter dem Rathaus am Steinhof eine tolle Süntelbuche. Ihr Alter wird auf 180-190 Jahre geschätzt. Sie ist dort um 1880 gepflanzt worden. Ihr Wuchs ist besonders, denn oberhalb eines kurzen Stamms hat sie so etwas wie eine Scheibe ausgebildet von der alle Äste rundherum zu jeder Seite wachsen, nach unten hängen und so eine große Glockenform bilden. Von der Straßenseiteaus kann man in sie hineingehen und steht dann in einem großen Dom oder Zelt. Im Boden darunter sind 4 Scheinwerfer eingelassen worden, die sie beleuchten können.
3.) in Haste steht eine große Süntelbuche, welche sich zu einem prächtigen Baum entwickelt hat. Sie ist anlässlich des Neubaus des daneben stehenden Forsthauses im Jahr 1880 dort gepflanzt worden. Ihr Wuchs ist aufrecht, höher als breit und die Äste weisen nach oben. Obwohl sie so ein toller Baum ist, ist sie den meisten Bewohnern der Samtgemeinde Nennndorf unbekannt. Sie steht auch etwas versteckt in der Seitenstraße hinter dem Seniorenstift Lehnstuhl.
4,) im Berggarten in Hannover-Herrenhausen steht die wahrscheinlich bekannteste Süntlbuche. Sie ist relativ aufrecht gewachsen, hat aber die Besonderheit, dass um sie herum etwa 17 Wurzelbruten auf über 700 qm Fläche sich gebildet und weit ausgebreitet haben. Offensichtlich so „aggressiv“, dass der 10 m daneben liegende Weg mit einem massiven Stahlrohrgitter geschützt werden musste, damit die schlangenförmigen Wurzelbruten darüber hinweg wachsen und so der Weg für die Besucher frei bleibt. Auch diese Süntelbuche ist im Jahr 1880 gepflanzt worden. Dahinter steht seit 1985 eine rotblättrige Süntelbuche, eine „purpurea“. Weitere rotblättrige Süntelbuchen sind gegenüber am Weg im Jahr 2025 gepflanzt worden( auch aus dem Bestand von Herrn Wolfgang Seifert). Aus der Erfahrung mit der alten vorhandenen Süntelbuche ist schon vorsorglich eine Gitterkonstruktion aus den Mitteln der VGH-Stiftung errichtet worden.
Bei den letzten drei Süntelbuchen fällt eine Geneinsamkeit auf: sie sind alle im Jahr 1880 gepflanzt worden. Ich habe mich lange nur gewundert, inzwischen habe ich eine Erklärung dafür: Als 1843 der Süntelbuchenwald auf der Westeregge oberhalb von Hülsede von Landwirten gerodet wurde, waren die Forstleute entsetzt und haben viele junge Süntelbuchen im Alter zwischen 5 und 15 Jahren ausgegraben und zu retten versucht. So hatten sie einen kleinen Bestand, der im Laufe der Jahre irgendwo eingepflanzt werden musste, um daraus große Süntelbuchen zu ziehen, die das Überleben dieser Art sichern sollten. Die jungen Bäume waren also 1880 zwischen 47 und 52 Jahren alt. Es wurde damit Zeit, ihnen eine festen Platz zum weiteren Aufwachsen zu geben. Das hat zumindest bei den drei Beispielen gut geklappt! Diese Süntelbuchen haben demnach heute ein Alter von 188 bis 198 Jahren erreicht.